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Portugal - 2013/1

eine total verregnete Reise

Mittwoch 20. 2. Glinde - Föhren

Leichte Schneeflocken schweben zur Erde. Es ist lausig kalt – so um die 1 Grad Minus – und ein frischer Wind verabschiedet uns um 9 Uhr in Glinde. Jetzt nur noch den Kraftstoff- und Gastank füllen, die Reise nach Portugal kann losgehen! Auf der A1 in Öjendorf gibt es einen Verkehrsstau, so nehmen wir die nächste Möglichkeit. Ob man immer Zeit damit spart? Wir können es nicht überprüfen. Das Mobil schnurrt Richtung Bremen. Die Strecke ist nun zu 90% dreispurig und bis zu unserem heutigen Ziel in der Nähe von Trier sind es 620 km. Dort wollen wir uns mit Ilona und Jürgen treffen. Bei Köln ist die Rheinbrücke für Fahrzeuge über 3,5 t gesperrt, das Navi führt uns über Bonn und Koblenz weiter nach Süden. Eine Kaffeepause ist fällig. Auf dem Parkplatz steht ein Reisemobil. Dieses trägt auf der Windschutzscheibe dick die Aufschrift Baikalsee. Wir sind neugierig und kommen mit dem Fahrzeugbesitzer ins Gespräch. „Viermal war ich mit dem Mobil bereits in Russland“, erzählt er begeistert. Für eventuelle Fragen steht er gerne zur Verfügung und überreicht uns seine Visitenkarte. Zwei Bücher hat er mit seiner Frau über diese Reisen geschrieben und wir haben sie bereits gelesen.
Um 18 Uhr erwarten uns Ilona, Jürgen und ihre gemeinsamen Freunde in der kleinen Gaststätte am Flughafen Föhren. Mit „Kölsch“ spülen Peter und ich den „Reisestaub“ hinunter.


   |   Tages KM: 620

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Donnerstag 21.2. Föhren – Autun

Über mautfreie Autobahnen – mit einem Tankstopp in Luxemburg – geht es zügig bis nach Nancy. Von hier fahren wir auf der N 74 bis Dijon. Die Nebenstrecke ist gut zu befahren, doch Vorsicht bei Geschwindigkeiten – auch hier lauern Blitzer und in den kleinen Ortschaften sind die Fahrbahnen eingeengt und unübersichtlich. Schneereste an den Nordhängen, trostloses Ackerland, kahle Bäume und menschenleere Ortschaften vermitteln keinen Eindruck vom nahenden Frühling. Temperaturen um die 0 Grad und ein eisiger Wind empfangen uns bei Zwischenstopps im Freien. Ab Dijon nehmen wir die A 38 und ein kleines Stück die Landstraße, dann haben wir den heutigen Stellplatz (kostet nix) in Autun erreicht. Er liegt direkt am See Valon und bietet auch Ver- und Entsorgung. Ein Spaziergang um den See macht die Beine und den Kopf munter.

   |   Tages KM: 458   |   GPS Nord: 46°57'20"   |   GPS Ost: 4°18'58"

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Freitag 22.2. Autun – Clermont l‘ Herault

Die Nebenstrecke nach Moulins führt uns durch eine zauberhafte hügelige Landschaft, wie schön muss es hier erst im Sommer aussehen! Vereinzelt Chateaus, Bauerngehöfte und kleine Dörfer – hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Die Sonne zeigt sich, wir haben um die Minus 1 Grad und vereinzelt tanzen Schneeflocken. Kurz vor Clermont Ferrand fahren wir auf die A 75 Richtung Süden. Hoch hinaus geht es ins Gebirge bis auf 1200m. Unterwegs sinkt die Temperatur auf – 9° C. Wie weit wir es wohl heute schaffen? Die Brückengebühr bei Millau über den Tarn wurde innerhalb eines Jahres um 6 € angehoben. Bei Clermont l‘ Herault verlassen wir die Autobahn zwecks Stellplatzsuche. Ein Einheimischer will uns zu einem Stellplatz führen. Leider scheitert es an der Höhe 3,30 m der Bahnunterführung. Dadurch ergibt sich vor dem Ort ein nettes ruhiges Stellplätzchen bei einem Sportplatz. Wir haben jetzt angenehme 6 °C. Nach 22 Uhr ist totale Ruhe, die letzten Sportler verlassen den Parkplatz.

   |   Tages KM: 505   |   GPS Nord: 43°38'06"   |   GPS Ost: 3°26'40"

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Samstag 23.2. Clermont l‘ Herault – „Spätzle Fritz“ bei Alcanar

Obwohl wir nachts um die 0 Grad hatten, erwärmt unser Mobil rasch die Morgensonne. Bald erreichen wir das Mittelmeer und auf der AP 7 (Maut) düsen wir mit sehr starkem Wind vom Binnenland Richtung Spanien. Auch hier empfängt uns eine steife Brise. Bei Tarragona wechseln wir von der Autobahn auf die Nationalroute. Am Nachmittag erreichen wir den Stellplatz bei „Spätzle Fritz“ in der Nähe von Alcamar. Inmitten der Natur ergeben sich Spaziergänge in den Mandarinenplantagen. Wir kosten schon mal die eine oder andere Mandarine.
Erlebnis auf einem Parkplatz vor Barcelona um die Mittagszeit:
Wir haben just die kleine Mittagspause in den Mobilen beendet und vertreten uns vor den Mobilen noch ein wenig die Füße, als ein PKW naht. Zwei Männer und eine Frau steigen aus. Der eine Mann verwickelt uns in ein Gespräch – dem wir sprachlich nicht folgen können. Ilona schaut (einer inneren Stimme folgend) um die Mobilecke. Da steht der eine Mann schon auf der Mobiltreppe und hat eine Hand am Türgriff. Unsere Männer sind schnell zur Stelle, werden „laut“ und verfolgen den Mann bis zu seinem PKW. Mit unseren Rufen nach der Polizei verschwinden die „Gauner“ eingeschüchtert.
Alles ist noch einmal gut gegangen, doch unser Herzklopfen hält noch etwas an!


   |   Tages KM: 543   |   GPS Nord: 40°34'30"   |   GPS Ost: 0°23'37"

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Sonntag 24.2. Spätzle Fritz - Denia

Der Kontrast kann stärker nicht sein: Auf der Meeresseite unzählige Hochhausbauten – zum Binnenland kleine Dörfer mit gewaltigen Kirchen, dazwischen schmiegen sich Olivenplantagen, rosa blühende Mandelbäume und das Gemüse wächst bereits im Freiland. Es wird merklich wärmer.
Im Ferienhäuschen von Jürgen und Ilona können wir die Kaffeepause bereits draußen im Sonnenschein genießen. Der Zitronenbaum verspricht reiche Ernte.
Heute am Sonntag ist die Uferpromenade gut besucht, die Restaurantküchen verströmen verführerische Düfte, das Meer zeigt nur kleine Schaumkronen und die Yachten halten im geschützten Hafen Winterschlaf. Man kann es fast spüren: Der Frühling ist sehr nah!
In der Stadt versammeln sich Gruppen, Trommler und Blechbläser begleiten sie. Es ist der Auftakt zur Fallas, dem Frühlingsfest. Die Frauen haben sich in wunderschöne und ganz unterschiedliche Trachten herausgeputzt. Bewundernswert sind ihre kunstvollen Frisuren, die von prachtvollen Spangen und Kämmen gehalten werden. Auch einige Männer tragen stolz ihre Festtagstracht. Alles in allem: eine Augenweide!
Ilona berichtet: In einigen Städten hier entlang der Küste wird der nun endende Winter und der beginnende Frühling besonders gefeiert. Auf vielen Plätzen in der Stadt stehen überlebensgroße Pappfiguren, die am Festhöhepunkt (am letzten Tag) verbrannt werden. Mehrere Vereine und Gruppen arbeiten monatelang an diesen Figuren, die von einer Juri prämiert werden.
Bei den Umzügen tragen viele Einwohner – auch schon kleine Kinder- ihre Festtagstrachten. Schade, dass wir das Fest (in diesem Jahr vom 15.3. bis 19.3.) nicht miterleben können.
Die Bilder sind ein kleiner Vorgeschmack!


   |   Tages KM: 283

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Montag 25.2. Denia

Ruhetag – ausschlafen. Am Vormittag besuchen wir den Montagsmarkt. Stände mit Bekleidung, Taschen, Schmuck und Haushaltswaren - alles was die Touristen so lieben. Eigentlich benötigen wir nix, doch wandern nach 2 Stunden etliche Tüten in den Kofferraum. Den Vormittag beenden wir in der Markthalle mit einem zweiten Frühstück. Außer Obst, Gemüse, Milchprodukten und Brot aus der Region kann man an kleinen Bars sich stärken. Den Nachmittag vertrödelt jeder auf seine Art und Weise.

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Dienstag 26.2. Denia

Ruhetag und Einkauf von Lebensmitteln.
Besuch von Gisela und Günther, Mobilfreunden von Ilona und Jürgen.


Mittwoch 27.2. Denia - Baeza

Wir starten bei leichtem Regen. Eine neue Strecke wird ausprobiert. Von Gandia ins Binnenland, über autobahnähnliche Straßen auf die A35 und weiter über die A31 (alles maut frei) bis Albacete. Danach wechseln wir auf die N322. Die Sonne kommt raus, strahlendblau der Himmel mit weißen Wölkchen. Wir durchfahren die La Mancha, hügelig mit Olivenplantagen - soweit das Auge reicht. In der Ferne sehen wir schneebedeckte Gipfel. Leider befinden sich an dieser so landschaftlichen schönen Strecke keine Rastplätze. Die Überreste der alten Landstraße hätten sich vorzüglich dazu geeignet, doch sie sind durch Leitplanken versperrt. Bei Úbeda verlassen wir die Hauptstr. und fahren nach Baeza. Am Ortseingang parken wir in der Nähe vom Busbahnhof vor einem Sportstadion und bleiben über Nacht. Zu Fuß erkunden wir die nahe Altstadt. Mächtige Gotik- und Renaissance-Bauten liegen auf unserem Rundgang. Am Plaza Santa Maria liegt die maurisch-gotische Kathedrale (13./16. Jh.), gleich nebenan ein alter Palast mit einer schönen Außenfassade - um nur einiges aufzuzählen. Nach 2 Stunden ist uns kalt und wir beenden den Spaziergang durch die alten Gassen.
Der nahe Busbahnhof ist durch die eintreffenden Busse recht laut und wir hoffen, dass der Busverkehr nachts „einschläft“.
Erkenntnis: Für die Stadtbesichtigung hätte ich mir eine bessere Ausschilderung gewünscht – wie die für Hotels und Gaststätten.


   |   Tages KM: 426   |   GPS Nord: 37°59'47"   |   GPS West: 3°27'34"

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Donnerstag 28.2. Baeza - Manta Rota

Heute ist es regnerisch. Wir verbrachten eine ruhige Nacht, denn der Bus lärm setze erst gegen 8 Uhr morgens ein. Zügig fahren wir Maut frei auf der A4 über Cordoba und Sevilla und weiter auf der A49 Richtung Grenze Portugal. Nachmittags wechseln sich Sonne und Regen ab. Am Rio Tinto sehen wir die ersten Störche, auf jedem Strommast befindet sich ein Storchennest.
Nach einem billigen Tankstopp in Ayamoute überqueren wir den Grenzfluss Rio Guadiana. Bis zu unserem heutigen Ziel Manta Rota, einem Stellplatz hinter Vila Real de Santo Antonio, ist es nicht mehr weit.
Unweit vom feinsandigen Strand stehen auf befestigtem Platz etliche Mobile, 100 hätten Platz – Kostenpunkt 6 € pro Nacht mit Ver- und Entsorgung. Das Wetter ist angenehm, leicht windig können wir in der Sonne den ersten Strandspaziergang unternehmen.


   |   Tages KM: 455   |   GPS Nord: 37°09'53"   |   GPS West: 7°31'17"

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Freitag 1.3. Manta Rota

Zeitrückstellung um eine Stunde. Der Bäckerwagen kommt am Vormittag zum Platz und auch saftige Orangen, Erdbeeren oder Himbeeren können am Nachmittag „aus dem Auto“ gekauft werden.
Die Sonnen scheint und wir machen einen Ausflug in die nähere Umgebung. Wir mit dem Roller – Ilona und Jürgen mit ihrem Smart. Auf dem Roller recht ungemütlich, wir haben um die 10°C. Auf dem Stellplatz laufen bereits die ersten Personen im Top, mit kurzer Hose und barfuß in Sandalen.
Unser erster Stopp ist in Cacela Velha. Vom erhöhten Platz vor der Kirche, um den sich einige weißgekalkte Häuser schmiegen, blickt man Richtung Meer bei Ebbe auf die Muschelfelder. Dahinter befindet sich eine Sandbank mit etwas Grünwuchs auf niedrigen Dünen, weiter draußen das blaue Meer – endlos! In dem ursprünglichen Piratennest sind am Vormittag nur wenige Touristen unterwegs.
In kleinen Orten wie: Fábrica und Cabanas stehen überwiegend nette kleine Ferienhäuser, an der Strandpromenade liegen Cafés und Restaurants. Fischer fahren auf Wunsch mit ihren Booten Touristen auf die unbewohnten Sandbänke - hin und her.
Tavira, eine siebenbogige Brücke aus dem 17. Jh. führt über den Rio Gilao (für Autoverkehr gesperrt) und verbindet die beiden Stadthälften. Die Stadt ist schon zu röm. Zeit durch Salzgewinnung zu Wohlstand gekommen. Zu damaligen Zeiten war das Haltbarmachen von Fisch nur durch Einsalzen möglich. Im 16. Jh. war Tavira ein militärischer Versorgungshafen für Stützpunkte an der nordafrik. Küste und sechstgrößte Stadt Portugals. Aus dieser Zeit sind über 20 Kirchen und 6 Klöster erhalten.
Ein schweres Erdbeben 1755 führte zur Verlandung des Hafens. Im 19. Jh. lebte man gut vom Thunfischfang und ihrer Verarbeitung, was in Tavira die Häuser der „Thunfischbarone“ belegen.
Treppengässchen führen zu den Ruinen einer alten Burg. Am Platz bei der alten Markthalle laden Restaurants und Cafés zum Verweilen ein.


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Samstag, 2.3. Manta Rota

Das Wetter ist bedeckt und wir erledigen am Vormittag PC-Arbeiten. Mittags schwingen wir uns auf den Roller nach Castro Marim. Oberhalb thront eine gewaltige Burg aus dem 13. Jh. Von dort soll der Blick über die Ziegeldächer des Dorfes und dem davor liegenden Naturschutzpark umwerfend sein. Uns gefällt das kleine Dorf, das um die Mittagszeit „Mittagsschlaf“ hält.
Nach dem verheerenden Erdbeben 1755 wurde Villa Real de Santo Antonio in nur 5 Monaten neu errichtet. Es entstanden kerzengrade, rechtwinklige Straßenzüge, alles auf dem Reißbrett geplant. In den belebten Straßen der Fußgängerzonen locken die Geschäfte mit preisgünstigen Angeboten für Handtücher, Bettwäsche und Haushaltswaren. Cafés und Restaurants haben Tische und Stühle nach draußen geräumt und bei angenehmen 16 Grad lassen es sich die Besucher gut gehen.
Auf dem Rückweg unternehmen wir etliche Abstecher zur Küste. Überall stehen die Reisemobile, zum Teil inoffiziell in Ferienhaussiedlungen. Wie lange noch geduldet?


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Sonntag, 3.3. Manta Rota

Heute legen wir einen weiteren Regen- und Sturm Tag ein. Ab und zu klart es auf, um danach umso heftiger zu regnen. Kurze Spaziergänge unterbrechen unsere „Lesewut“. Abends treffen wir uns in geselliger Runde im nahen Restaurant. Landestypische Speisen, dazu Wein und Schnäpse heizen die Stimmung ein. Nur wenige Gäste müssen uns ertragen. Morgen wollen wir endgültig weiter!



Montag, 4.3. Manta Rota - Quarteira

Immer noch Regen. Peter und ich fahren, Ilona und Jürgen werden wir weiter westlich treffen. Der Parkautomat will 3 € mehr als wir errechnet haben. Die Dame in der Rezeption zuckt nur mit den Schultern, als Peter nachfragt. Sie steckt noch 1 € in den Automaten, behält 2 € in der Hand und öffnet die Schranke. Verstehe dass wer will!!!
Unser erster Stopp ist in Estoi. Das im 18. Jh. von einem Adligen erbaute Lustschloss wurde restauriert und in eine Pousada umgebaut. Pousadas sind landschaftlich schön gelegene Hotels mit großem Komfort. Wir können die Gemälde an Wänden und Decken in den verschiedenen Salons bewundern, den schön angelegten Garten mit seinen Pavillons, Figuren und Brunnen. Heute bei Regen genügt uns ein schneller Durchlauf.
Faro erreichen wir um die Mittagszeit. Auf dem Platz Largo de Sao Francisco stehen bereits etliche Mobile. Hier beginnen wir unseren Stadtrundgang. Abwechslungsreich ist das Muster der schwarzen und weißen Pflastersteine in den Fußgängerzonen. Die alten Häuser besitzen zum Teil noch mit Kacheln verzierte Außenfassaden. Faro gilt als Hauptstadt der Algarve – und wird wenig von Touristen besucht. Im Viertel hinter den dicken Verteidigungsmauern – unweit vom Yachthafen – liegen die Gebäude der Behörden.
Auf der Weiterfahrt nach Quarteira besichtigen wir die Kirche Sao Lourenco. Innen befinden sich aus dem Leben des hl. Laurentius übergroße Bilder aus blau-weißen Kacheln. Auch der Altar mit dem vergoldeten Schnitzwerk ist sehenswert. In Quarteira übernachten wir auf einem Stellplatz (2,50 € die Nacht) vor dem Ort.
Das fiel uns auf: Viele Straßen, besonders die Nebenstr. zu den kleinen Orten, haben einen sehr schlechten Straßenbelag. Das Regenwasser läuft selbst in den Städten nicht über eine Kanalisation ab. So steht bei Regen alles „unter Wasser“.


   |   Tages KM: 86   |   GPS Nord: 37°04'29"   |   GPS West: 8°04'36"

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Dienstag, 5.3. Quarteira - Portimao

Es klart etwas auf. Doch noch immer treibt der Wind dunkle Wolken vor sich her. Wir fahren nach Loulé. Der stadtnahe Parkplatz (auch für Mobile geeignet) ist unser Ausgangspunkt für die Besichtigungstour. Wir folgen den roten Fußabdrücken, einem so markierten Rundweg. Dabei kommen wir an allen wichtigen Gebäuden und Plätzen der hübschen Kleinstadt vorbei. Bei den Sehenswürdigkeiten sind in Portugiesisch und Englisch Erklärungen angebracht. Am Platz der Republik können wir in der Sonne einen Kaffee genießen, um dann gute 15 Min. später von einem kurzen heftigen Regenguss – völlig durchnässt – bei unserem Mobil einzutreffen.
Wir erkennen Albufeira nicht mehr wieder, denn seit unserem letzten Besuch sind mehr als 20 Jahre vergangen. Die Stadt hat sich riesig ausgebreitet. Wo sollen wir parken? Für Camper sind die Centrums nahen Parkplätze verboten. Doch wir haben Glück und finden an der Hauptstr. vor den Hotels eine Möglichkeit. Uns interessieren die Altstadt mit Hafen und Strand. Dieser älteste Teil Albufeiras befindet sich oberhalb der roten Sandsteinklippen auf felsigem Hügel. Die weichgetünchten Häuser sind terrassenförmig angeordnet, dazwischen schmale Gassen. Mit einer Rolltreppe abwärts erreichen wir von der „Neustadt“ den Fischmarkt. Den man jetzt mit Sitzplätzen vor Restaurants und Cafés für Touristen hergerichtet hat. Wir schlendern durch die Altstadt, bis uns eine Wolke zu schnelleren Schritten zum Mobil veranlasst.
Das Navi führt uns über die Küstenstr. durch kleine beschauliche Orte mit engen Durchfahrten auf die N 125 und weiter nach Portimao, einer großen Hafenstadt. Nachdem wir unseren Weg durch Hochhausschluchten (ohne Straßenschilder) zum Stellplatz bei der Marina gefunden haben, gehen wir auf Platzsuche. Es parken bereits über 100 Mobile, teils auf recht matschigen Untergrund.
Für heute ist Schluss, morgen erkunden wir die Stadt.



   |   Tages KM: 86   |   GPS Nord: 37°07'12"   |   GPS West: 8°31'49"

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Mittwoch, 6.3. Portimao

Um 10 Uhr klopfen Ilona und Jürgen an unsere Tür, grad eingetroffen. Sie haben in Albufeira übernachtet. Da es just trocken ist, laufen wir die Uferpromenade immer am Yachthafen entlang bis zur Arade-Flussmündung. In einem Restaurant lassen wir uns die typischen gerillten Sardinen schmecken. Die Altstadt mit Fußgängerzonen, Plätzen und Kirchen (leider um die Mittagszeit geschlossen) liegt nah – doch ein wenig verwaist. Fuß lahm erreichen wir unseren Stellplatz, kurz vor dem nächsten Regenschauer. Um 18 Uhr ist noch Zeit für einen Spaziergang am angeblich schönsten Strand: Praia da Rocha. Am langen Sandstrand vorgelagerte „Felsnadeln“ und Felsenbögen, oberhalb der Steilküste hässliche Hotelburgen. Unten führt ein „Holzbohlensteg“ am Strand entlang, kleine Cafés und Restaurants begleiten ihn. Durch eine Felsöffnung erreichen wir die andere Strandseite. Das kleine Restaurant (von dort soll der Sonnenuntergang grandios sein) ist noch nicht bewirtet. Über Treppenstufen erreichen wir eine Aussichtsplattform. Entlang der „Hotelstraße“, mit Hotels in der 1. und 2. Reihe, geht es zurück zum Platz.
Um 7 Uhr ist es bereits dunkel.


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Donnerstag, 7.3. Portimao - Lagos

Wir nehmen das Mobil, Jürgen und Ilona ihren PKW für einen Abstecher nach Silves. Auch hier stehen auf den zwei kostenlosen Parkplätzen unzählige Mobile. Zu viert unternehmen wir einen Stadtrundgang, immer bergan. Werfen einen Blick in die alte Kathedrale (13. Jh.), die nach dem Erdbeben aus rotem Sandstein wieder aufgebaut wurde. Vom Castello hoch über der Stadt bietet sich ein Rundgang auf der Mauer an, mit weiten Blicken über Silves und das Arade-Tal. Der Regen treibt uns in das Café Rose unter den Arkaden (schönes Kachelbild im Café). Die alte Dame ist betont langsam in der Ausführung unserer Aufträge. So haben Ilona und ich Zeit ihr bei der Arbeit zuzuschauen. Wenn von den Mandeltörtchen etwas herabbröckelt (und das passiert häufiger), schiebt sie sich diese in den Mund. Bei der Markthalle steigt uns Grillduft in die Nase – Sardinen, Hähnchen und andere Köstlichkeiten landen direkt vom Grill auf den Tellern der Gäste. Überall bekommt man hier „Frango piri-piri“, Hähnchen scharf gewürzt.
Peter und ich fahren weiter nach Lagos und parken vor dem Sportstadion. Jürgen und Ilona machen einen Abstecher ins Gebirge – Serra de Monchique.
Feststellung: Die Bewohner von Silves wirken auf uns nicht besonders freundlich. Ilona:“ Mag es an der Luft liegen????“
Vom Stellplatz sind es gute 30 Minuten bis in die Altstadt. Stetiger Anstieg bis zu den Stadtmauern und der verschlossenen Kirche – so vermitteln wir uns einen ersten Eindruck von Lagos.


   |   Tages KM: 56   |   GPS Nord: 37°06'56"   |   GPS West: 8°40'43"

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Freitag, 8.3. Lagos – Sagres

Heute am Vormittag ist schon etwas mehr los in der Stadt. Vom Parkplatz oberhalb des „Sklavenmarkts“ gehen wir auf Erkundigungsgang. In Lagos befand sich Portugals erster Markt für afrikanische Sklaven. Eine wuchtige Mauer schützte einst die hübsche Altstadt mit ihren Fußgängerzonen, Plätzen, Läden und Restaurants. Die Kirche Santa Antonio gehört heute zum Stadtmuseum. Die vergoldeten Holzschnitzarbeiten am Altar sind einmalig - weiterhin beherbergt das Museum archäologische Funde, eine Gemälde, Waffen- und Münzensammlung, Miniaturnachbildungen eines Sardinenkutters mit Schleppnetz und Zimmereinrichtungen (gleich einer Puppenstube) und verschiedenes Kunsthandwerk.
Wir fahren außerhalb von Lagos an den Strand Porta de Mós. Von hier kann man auf Wegen oberhalb der Steilküste spazieren. Zurzeit sind sie nur lehm-matschig, die starken Regenfälle der letzten Tage haben sie aufgeweicht.
Gegen Mittag treffen wir uns mit Ilona und Jürgen am Fischereihafen zum Fisch essen. In der Saison starten von hier Ausflugsboote zu den Ponta da Piedade. Vom Boot schaut man auf winzige Sandbuchten, Grotten und Fels Tore – dieser Küstenabschnitt soll zu den schönsten der Algarve gehören.
Peter und ich fahren weiter nach Sagres. An der Spitze thront eine Festung (17. Jh.), das Meer umtost die schroffen Felsen der Steilküste, Sturm fegt über die Klippen. Vom nahen Parkplatz (auf dem es sich auch übernachten lässt) laufen wir über den felsigen Untergrund und lassen uns ein auf die Naturgewalten.


   |   Tages KM: 56   |   GPS Nord: 37°00'17"   |   GPS West: 8°56'44"

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Samstag, 9.3. Sagres

Bis Jürgen und Ilona eintreffen durchstreifen wir den Ort: Ferienunterkünfte, Restaurants und Cafés, ein kleiner Hafen, wo bei den Fischern auch fangfrischer Fisch gekauft werden kann.
Gemeinsam besichtigen wir die Festung Fortaleza de Sagres. Von der einigen Festung ist nur noch wenig erhalten. Ein 3 km langer Rundweg führt an der Steilküste entlang. In einem Labyrinth kann man den gewaltigen Windgeräuschen lauschen, die die tosende Brandung in unterirdischen Höhlen durch einen Windkanal verursacht – es hört sich „zum Fürchten“ an.
Heute haben wir Glück mit dem Wetter. Außer zwei kleinen Regenschauern zwischendurch, scheint die Sonne vom blauen Himmel.


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Sonntag, 10.3. Sagres

Heute fahren wir Smart, denn das Wetter ist wechselhaft. Wir statten dem Cabo de Sao Vicente - dem südwestlichsten Punkt des Festlandes von Europa - einen Besuch ab. Auch hier brandet das Meer an die schroffen Felsen der Steilküste. Ich kann mich dran „nicht satt sehen!“.
Alsdann düsen wir nach Salema und parken am Strand. Wie sollte es auch anders sein? Just in den engen Gassen der Altstadt prasselt ein Regenschauer auf uns nieder – und kein Unterschlupf weit und breit! Tropfnass erreichen wir das nächste Hafencafé. Am Weststrand von Salema bewundern wir auf einem Felsen Fußabdrücke von einem Dinosaurier (140 Mio. Jahre alt).
Weiterfahrt durch Figueira und dann auf der Hauptstr. bis zum Abzweig Praia da Ingrina. Wir durchstreifen den kleinen Ort Hortas do Tabual, enge Kopfsteingassen sind menschenleer, kein Blumenschmuck an den Häusern – irgendetwas fehlt!!! Am Strand angekommen halten wir die „Wellenbrecher“ auf Fotos fest. Heute nur wenige Besucher, wie mag es im Sommer hier zugehen? Über den Strand Praia de Zavial fahren wir durch eine bezaubernde Hügellandschaft zurück. Die ersten Blumen grüßen aus dem satten Grün in den Farben: blau, gelb und lila.
Zurück am Platz spendiert Jürgen Currywurst für alle vom „letzten Bratwurststand vor Amerika“.
Heute war das Wetter gemischt.


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Montag, 11.3. Sagres - Aljezur

Die Männer erkunden mit dem Smart die nähere Umgebung bis Aljezur und finden schöne Strände. Ilona und ich laufen zum Hafen um frischen Fisch zu kaufen. Wie uns die alten Männer am Hafen berichten kommen die Fischerboote erst am Nachmittag. Zu Fuß durchqueren wir Sagres und schauen uns beim Kunsthandwerkerladen die Töpferwaren an. Es gibt so viele schöne Stücke, da fällt die Auswahl schwer.
Mittags kommen unsere Männer zurück und berichten von einem Stellplatz in Aljezur. Direkt hinter der Markthalle in der Stadtmitte. Wir beschließen noch am Nachmittag die etwa 50 km zu fahren.
Als wir ankommen, stehen bereits einige Mobile dort - bis zum Abend werden wir zehn. Wir steigen zu den Ruinenresten der Burg hinauf – von dort haben wir einen weiten Blick. Über viel grünes Ackerland bis zu den Ausläufern der Serra de Monchique – auf der anderen Seite bis zum Atlantik. Die ganze Nacht regnet es unaufhörlich. Das Wasser im nahen Fluss steigt höher und höher.


   |   Tages KM: 45   |   GPS Nord: 37°19'04"   |   GPS West: 8°48'09"

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Dienstag, 12.3. Aljezur - Beja

Morgens steht der Stellplatz am hinteren Ende bereits unter Wasser. Wir beeilen uns mit den Einkäufen in der Markthalle - der frische Fisch ist sehr empfehlenswert – und verlassen den Parkplatz. Peter und ich machen einen Abstecher in das nahe Feriengebiet Vale de Telha und treffen uns dann mit Jürgen und Ilona um weiter nach Beja zu fahren. Ab Odemira geht es östlich durchs Landesinnere bis Beja. Die Landschaft ist leicht hügelig und sehr grün mit bunten Blumenteppichen. Wir sehen Korkeichen und reißende Bäche schlängeln sich entlang der gut zu befahrenden Straße. Es geht durch kleine und größere Orte, die auf uns sehr verschlafen wirken. Am frühen Nachmittag erreichen wir Beja. Ein freundlicher Bewohner ist uns bei der Parkplatzsuche behilflich. Vom Messegelände ist es nicht weit zu den Sehenswürdigkeiten. Das ehemalige Kloster (15. Jh.) Conventa da Conseicao (jetzt Museum) mit prächtiger Kirche, einigen Wandgemälden und den mit Fliesenbildern geschmückten Kreuzgang. Wir werfen noch einige Blicke in schöne Kirchen um dann auf die Burg zu steigen. Der Burgfried kann nicht bestiegen werden - so bleibt nur der Blick über Stadt und Land von der Burgmauer.
In einem Café genießen wir die hier hergestellten Köstlichkeiten: Doces Conventuais.
Übernachtung auf dem Messeparkplatz.
Achtung: In den Städten immer den Blick nach unten richten – denn die freilaufenden Hunde sch……. überall hin!!!


   |   Tages KM: 165   |   GPS Nord: 38°00'18"   |   GPS West: 7°51'30"

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Mittwoch, 13.3. Beja - Evora - Evoramonte

Knapp 80 km Landstr. sind es bis Évora. Die Stadt zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist von einer Ringmauer umgeben. Enge Gassen mit Kopfsteinpflaster führen sternförmig zum Zentrum. Dort stehen die Reste von einem röm. Tempel aus dem 3./2. Jh. v.Chr. und die gotische Kathedrale - auch von innen gewaltig, aber sehr düster. Weitere Sehenswürdigkeiten sind: Die altertümlichen Wasserleitungen auf hohen Mauern (18 km lang), die Universität (früher Kloster) mit ihren guten Fliesenbildern, die Kirche San Francisco mit der Kapelle der Knochen. Die Wände und Säulen der Kapelle sind vollständig mit menschlichen Knochen verkleidet. „Wir Knochen, die hier sind, warten auf die euren“ steht über dem Eingang zur Kapelle.
Weiter fahren wir durch die sanften Hügel des Alentejo - mit seinen Korkeichen, Olivenplantagen und den Weinbergen, hier soll ein guter Wein wachsen. Unser Campingplatz für die nächsten Tage liegt 3 km außerhalb der Stadt Évoramonte inmitten von Wiesen. Korkeichen, Kühe und Hasen sind unsere direkten Nachbarn.
Tagsüber heute: Kein Regen
Nachts: Sternenklar um die 0 Grad


   |   Tages KM: 118   |   GPS Nord: 38°47'34"   |   GPS West: 7°41'13"

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Donnerstag, 14.3. Evoramonte

Endlich Sonne, aber nur an windgeschützten Stellen lässt es sich aushalten.
Mit Smart und Roller geht es auf den Burghügel von Évoramonte. Eine Burg, wie aus einem Bilderbuch, thront dort oben. Heute leider geschlossen. Ein Spaziergang durch das alte Dorf unterhalb und auf der Befestigungsmauer ist lohnenswert.
Wir düsen nach Estremoz. Von Marmorbrüchen umgeben, wurde dieser auch bei vielen Bauten und Plätzen im Ort verwendet. Die Burg aus dem 12. Jh. beherbergt jetzt eine Pousada. Gleich dahinter befindet sich die nach Königin Isabel benannte Kapelle – reich an Azulejos-Bildern die aus ihrem Leben erzählen.


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Freitag, 15.3. Evoramonte

Unser Campingplatz liegt nicht nur in landschaftlich schön, er hat auch viele Annehmlichkeiten wie: Waschmaschine, gepflegte Sanitäranlagen, ein Außenschwimmbad, Ver- und Entsorgung und Brötchendienst am Morgen. Der nette Campingplatzbetreiber hält diverse Tipps für Ausflüge bereit. Heute machen wir eine Fußwanderung in die nähere Umgebung. Wir laufen durch Korkeichenwälder, unter denen die ersten Blumenteppiche sich ausgebreitet haben. Ein kleiner See und zwei einsame Gehöfte liegen an unserer Strecke. Wir begegnen nur wenigen Personen, u.a. einem Schäfer mit seiner Herde und Hütehund. Die Sonne scheint kräftig auf uns herab und keine Regenwolke trübt den Himmel. So haben wir es gerne. Unser Rundweg ist nach 2 ½ Stunden beendet.
Nach einer kleinen Mittagspause fahren wir mit Smart und Roller nach Azaruja und besichtigen eine Korkfabrik. Im Industriegebiet gibt es etliche Korkfabriken. Auf den Höfen lagern die Korkrinden und warten auf die Weiterverarbeitung. In diesem Betrieb stellt man Nistkästen her. Im kleinen Laden gibt es ein größeres Sortiment an Taschen, Hockern, Lampen, Schmuck und Dekorationsgegenständen – dem Einfallsreichtum scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein.
Gerne hätten wir noch mehr über die Verarbeitung erfahren, doch es scheitert an den Sprachmöglichkeiten.


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Samstag, 16.3. Evoramonte - Lissabon

Es ist gar nicht so einfach (trotz Navi) ohne Maut nach Lissabon zu kommen. Gaby und Lutz haben uns einen Stellplatz in Belém genannt, dort kann man vor dem „Denkmal der Entdeckungen“ übernachten. Wir überqueren auf der Mautbrücke (25. April) den Rio Tejo und erreichen Lissabon. Auf der mehrspurigen Schnellstr. macht uns die Bahnlinie ein Überqueren zum Platzplatz unmöglich. Erst nachdem wir die „Brückenführung“ durchschaut haben, erreichen wir unseren Stellplatz für die nächsten 3 Tage.
Wir besteigen den Turm von Belém (1515-21 erbaut). Für die Seefahrer war er jahrhundertelang ein Wahrzeichen Lissabons. Er diente der Hafenbefestigung und wurde zeitweise sogar als Gefängnis genutzt. Unweit davon erhebt sich das „Denkmal der Entdeckungen“. Auf beiden Seiten des stilisierten Buges einer Karavelle mit Segeln streben Könige, Navigatoren, Soldaten und Missionare vereint nach vorn. Das Denkmal wurde 1960 zum 500. Todestag „Heinrich der Seefahrer“ errichtet.
Mit dem 2 Tage Ticket der Stadtrundfahrt geht es im Doppeldecker auf Besichtigungstour. Über Kopfhörer werden uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten erklärt. Am Rossio-Platz steigen wir aus und lassen uns durch die Gassen der „Baixa“, dem Geschäftsviertel treiben. Nach dem schweren Erdbeben von 1755 wurde dieser Stadtteil vom Marques de Pombal mit parallel und rechtwinklig verlaufenden Straßen neu angelegt. Heute am Samstag herrscht reges Treiben. Das Wetter ist frühlingshaft und Scharen von Touristen und Einheimischen sind unterwegs. Leider fährt um 17 Uhr die letzte Stadtrundfahrt und wir müssen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück.
Am Abend geht es noch in die berühmte Zuckerbäckerei „ Pastéis de Belém“. Die langen Warteschlangen vom Nachmittag haben sich aufgelöst und wir können rasch einen Sitzplatz in einer der vielen mit Kachelbildern verzierten Säle ergattern. Die kleinen Blätterteigtörtchen – mit Sahne und Vanillecreme gefüllt – sind eine kulinarische Pilgerstätte. Täglich werden über 2500, am Sonntag sogar über 5000 Stück verkauft. Noch lauwarm mit einem Kakao oder Kaffee genossen sind sie ein Gaumenkitzel - hmmmm.


   |   Tages KM: 188   |   GPS Nord: 38°41'41"   |   GPS West: 9°11'57"

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Sonntag, 17.3. Lissabon

Portugals architektonisches Nationaldenkmal Nummer 1, das Jeronimos-Kloster, liegt gleich gegenüber – sonntags 10 bis 14 Uhr ist der Eintritt frei. Sein manuelinischer Baustil (benannt nach König Manuel) macht das Kloster so sehenswert. Die Seefahrer, Künstler und Baumeister kamen damals mit einer Fülle von Eindrücken und Ideen von ihren Fahrten nach Indien und Amerika zurück, die sie in ihren Baustilen verarbeiteten. Auch Torre de Belém hat viele dieser Elemente.
Das Wetter zeigt sich bedeckt und so setzen wir unsere Stadtrundfahrt mit dem Doppeldeckel fort. Heute die Außenbezirke mit dem Expo-Gelände von 1998. An der Endstation steigen wir aus und machen uns zu Fuß auf den Weg zum Stadtteil Bairro Alto, hier wohnten im 16. Jh. die wohlhabenderen Leute. Den steilen Anstieg überwinden wir mit einer Tram. Wenige Schritte von der Endstation befindet sich in einer Parkanlage ein Aussichtspunkt. Von hier schweift unser Blick auf die Burg, den Tejo und Lissabons Unterstadt. Es gibt so viel in Lissabon anzuschauen, da reichen beim besten Willen unsere eingeplanten 3 Tage nicht aus!


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Montag, 18.3. Lissabon

Heute gehen wir getrennte Wege – Jürgen und Ilona besichtigen das Expo-Gelände, Peter und ich fahren mit dem Bus zur Markthalle. Hier erwerben wir an einem Kiosk eine Tageskarte (6,50 € p.P.) und können mit dieser sämtliche Verkehrsmittel der Stadt – auch die Standseilbahn und den Fahrstuhl von Eiffel – benutzen. Hinter der Markthalle befindet sich eine weitere Tram (Standseilbahn) die uns ins Bairro Alto bringt. Hier steigen wir in die historische Tram 28 und fahren bergauf und bergab (sehr bequem) in das volkstümliche Viertel um die Basilika da Estrela, ihre Glockentürme und die Kuppel überragen das Viertel. Es lohnt sich einen Blick in die Kirche zu werfen. Unweit der Kirche liegt der Prazeres Friedhof. In kleinen weißen Palästen, Burgen, Tempeln und Türmen sind die Toten zu Hause. In einigen können wir hinter Fenstern mit Gardinen die Särge sehen, ein ungewöhnlicher Anblick für uns.
Mit der Tram-Linie 28 geht es nun einmal quer durch die Altstadt bis unterhalb des Castells Sao Jorge. Nicht nur die Einheimischen nutzen dieses Fortbewegungsmittel, sondern inzwischen auch die Touristen - die Bahn ist rappelvoll. Eine sehr zu empfehlende Besichtigungstour. Wir steigen beim Aussichtspunkt Graca aus und laufen durch teilweise sehr enge Gassen, immer den Bahnschienen entlang, bis zum Aussichtspunkt Santa Luzia. Von hier hat man einen schönen Blick über Alfama. Dieser Stadtteil befindet sich zwischen Tejo und Burg. Ein Labyrinth von krummen Gassen und Treppen die das maurische Erbe verrät. Im Mittelalter war die Almalfa ein Quartier wohlhabender Leute. Heute ein Viertel der einfachen Leute. Etliche obere Etagen wirken unbewohnt, in den unteren Etagen warten Gastronomie und Souvenirläden auf Touristen. Weiter unten im Viertel befindet sich die Kathedrale (Sé). Von hier bummeln wir noch ein wenig durch das Geschäftsviertel Baixa, es herrscht reges Treiben. Mit dem Bus geht es zurück zum Stellplatz. Abends tauschen wir mit Ilona und Jürgen die Erlebnisse des Tages aus, ein letztes Mal Törtchen im Pastéis de Belém.
Heute hatten wir Glück mit dem Wetter, sonnig – ideal für eine Stadtbesichtigung.
Erkenntnis über Fahrkarten: Wer Lissabon entdecken möchte und nicht alle Museen „abklappern“ will, ist mit einer Tageskarte (z.Zt. 6.50 € p.P.) gut bedient. An vielen Kiosken ist diese zu erwerben, 24 Std. gültig und berechtigt zu Fahrten in sämtlichen Verkehrsmitteln der Stadt.


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Dienstag, 19.3. Lissabon - Santarem - Obidos

Leider spielt uns das Wetter einmal wieder einen Streich – es regnet heftig.
Eigentlich wollen wir uns heute das bedeutendste Kloster Portugals in Mafra ansehen, doch leider am Dienstag geschlossen. So machen wir uns auf nach Santarém, Zentrum der portugiesischen Gotik. Wir erreichen die Altstadt von Santarém gegen Mittag. Was wir nicht bedacht haben: Kirchen, Geschäfte und andere Sehenswürdigkeiten sind über Mittag 2 Stunden geschlossen. Bei Regen hinterlässt die Stadt einen jämmerlichen Eindruck. Nur die Azulejos am Marktgebäude mit Szenen aus dem Alltagsleben sind beeindruckend.
Der Regen lässt nach, als wir die Nebenstrecke nach Obidos nehmen. Eine hügelige Landschaft mit Obstplantagen und viel Grün. Leider ist der Stellplatz für Mobile in Obidos total „vermatscht“. In einer ruhigen Nebenstr. finden unsere Männer ein trockenes Plätzchen. Morgen wollen wir uns Obidos ansehen.


   |   Tages KM: 176   |   GPS Nord: 39°21'18"   |   GPS West: 9°09'26"

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Mittwoch, 20.3. Obidos - Albacete - Batalha

Obidos, das historische „Rothenburg Portugals“, ist von einer 13 m hohen Ringmauer umgeben und steht unter Denkmalschutz. Verwinkelte Gassen, weißgetünchte Häuser mit blau abgesetzten Tür- und Fensterumrandungen - wäre noch netter, wenn nicht schon morgens die Busse Massen von Touristen auf die Stadt loslassen.
Heute Sonne, alles leuchtet in prächtigen Farben. Ilona und Jürgen fahren weiter an die Küste, wir fahren auf „Klosterbesuch“ ins Binnenland. In Alcobaca steht Portugals größtes Kloster aus dem 12. Jh. schon die 42 m hohe Barockfassade macht Eindruck. Im 106 m langen und 20 m hohen Kirchenschiff ist alles etwas schlichter gehalten, durch die Zwischenräume der mächtigen 24 Pfeiler werfen die Fenster noch genügend Licht - es wirkt hell und nicht erdrückend. Im Querhaus befinden sich die prunkvollen und reich verzierten Sarkophage von König Pedro I und Ines de Castro – seiner Geliebten. Das Kloster mit Kreuzgang schließt sich an. Sehenswert das gotische Brunnenhaus und die so unterschiedlichen Rosetten in den Durchbrüchen. Am meisten beeindruckt hat mich die Küche mit ihren Frischhaltebecken für Fische, im riesigen Rauchfang konnten 2 Ochsen gleichzeitig gebraten werden. Kein Wunder, denn im Kloster wurden an die 1.000 Mönche täglich mit warmen Mahlzeiten versorgt. Durch den Raum floss ein Bächlein, dessen Wasser zum Geschirrspülen benutzt wurde.
Ein weiteres Kloster steht in Batalha. Um die 150 Jahre wurde an dem im gotisch-manuelinischen Stil errichteten Gebäude gearbeitet. Das Hauptportal ist geschmückt von über 100 Figuren: Apostel, Engel, Heilige, Könige und Propheten. Das Kirchenschiff ist schmal und hoch, wuchtige Säulen tragen das Dach (80 m lang und 32,5 m hoch). Sehenswert weiterhin der reich verzierte Kreuzgang und das Portal der „unvollendeten Kapelle“.
Tipp: Man sollte sich viel Zeit nehmen um diese Meisterwerke der Steinmetzkunst zu betrachten.
Wir übernachten auf dem kostenfreien Stellplatz für Mobile unweit der Klosterkirche.


   |   Tages KM: 60   |   GPS Nord: 39°39'42"   |   GPS West: 8°49'27"

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Donnerstag, 21.3. Batalha - Fatima - Tomar - Leirosa

In dem weltweit bekannten Wallfahrtsort soll 1917 die Jungfrau Maria 3 Hirtenkindern erschienen sein und später einige Heilungen vollbracht haben. Massenwallfahrten erlebt der Ort vom 12. auf den 13. In den Monaten Mai bis Oktober. Auch heute am 21.3. sind viele Pilger unterwegs, die stark Gläubigen auf Knien rutschend über den Kirchplatz, der doppelt soviele Personen fasst als der Petersdom in Rom. Auf dem Platz steht eine kleine Kapelle in der Andachten abgehalten werden. An separater Stelle können Kerzen entzündet werden, einige Gläubige tragen die Kerzen bündelweise. In der alten Basilika wird just eine Messe gelesen und eine glockenhelle Frauenstimme singt die Bittgebete – das geht durch und durch. Die neue große Kirche fasst (geschätzte) 18.000 Gläubige. Im Ort gibt es diverse Geschäfte für Andenken.
Nicht weit entfernt liegt Tomar. Dort steht oberhalb der Stadt auf einem Hügel die Tempelritterburg von Tomar. Sie ist allerdings keine Burg, sondern ein Kloster. Die Tempelritter wurden um 1313 von den Christusrittern abgelöst. Diese hatten im 15. Jh. genügend Mittel um die ersten Schiffsexpeditionen zu finanzieren, mit denen die Neue Welt entdeckt und Portugals Macht begründet wurde (Prinz Heinrich der Seefahrer). Viele Kreuzgänge, ein noch schön erhaltenes „manuelinisches“ Fenster im Innenhof (Überbleibsel aus der Maurenzeit), eine reich verzierte Rundkirche aus dem 12. Jh., die langen Gänge zu den Schlafkammern (nummeriert), und nicht zu vergessen die große Klosterküche, sind sehenswert. Über Rundtreppen kann auf Dächer gestiegen werden, von den sich wieder neue Perspektiven eröffnen.
Auf schnellstem Weg geht es an die Küste nach Leirosa. Dabei werden wir „Mautpreller“, denn für die neue Autobahn Richtung Coimbra (auf unserer neuesten Landkarte nicht verzeichnet) haben wir kein Ticket.
Maut auf Autobahnen in Portugal: Damit kennen sich selbst die Einheimischen nicht aus. Viele private Autobahnen mit unterschiedlichen Mautsystemen – wie sollen sich Touristen da zu Recht finden???


   |   Tages KM: 170   |   GPS Nord: 40°03'21"   |   GPS West: 8°53'26"

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Freitag, 22.3. Leirosa - Coimbra - Luso

Schöner Strand mit kleinem Fischerdorf, wenn nicht die schrecklichen Zellstofffabriken (Verarbeitung von Eukalyptusbäumen) gleich dahinter liegen würden. Gott sei Dank treibt der Wind die Abgase nicht in unsere Richtung, aber wo bleiben die Abwässer???
Wir treffen uns mit Ilona und Jürgen an der Markthalle in Figueira da Foz, bekannt durch einen sehr breiten Sandstrand. Nach dem Einkaufen und einer „Lagebesprechung“ fahren wir gemeinsam weiter in die alte Universitätsstadt Coimbra. Im Mündungsgebiet des Mondego sehen wir von Wasser überflutete Reisfelder.
Coimbra ist Portugals älteste Universitätsstadt (1308). Das Straßenbild wird von den 35.000 Studenten bestimmt. Wir steigen über Kopfsteinpflaster und durch enge Gassen zur alten Universität hinauf. Einst residierte hier König Joao III. Drei Sehenswürdigkeiten kann man anschauen: Die alte Bibliothek Joanina (1720) mit über 120.000 Büchern, Manuskripten und Handschriften in mehrstöckigen goldverzierten Regalen., weiter die Kapelle mit dem Uhrturm, und im 1. Stock „Sala dos Capelos“, ein reich dekorierter Festsaal. Hier finden noch heute die wichtigsten Prüfungen statt.
Wir lassen uns die steilen Gassen ins Geschäftsviertel hinab treiben. Unzählige Cafés haben Tische und Stühle draußen platziert. Überall ist was los. Studenten singen und tanzen zu Gitarrenmusik und sammeln Geld (arme Studenten?). Die Studenten tragen stolz ein schwarzes Cape (Capa). Die Fakultäten sind an den verschieden farbenen Bändern zu erkennen. Die Umhänge werden von ihren Besitzern gerne zum Einreißen an andere Leute gegeben. Der mittlere Riss gehört der Freundin oder Freund. Die eine Seite ist für die Risse der Familienangehörigen und die andere für die der Freunde reserviert.
Unser nächstes Ziel ist der Bucaco-Wald bei Luso. Dieser Park hat wegen seiner Größe 8 Eingänge und ist von einer hohen Mauer umgeben. Um 1700 legten Mönche des Karmeliterordens diesen Park an. Etwa 400 einheimische und über 300 ausländische Baumarten wachsen hier. Diese wurden von Seeleuten den Mönchen aus der ganzen Welt mitgebracht. Leider scheitert für uns die Einfahrt in den Park am niedrigen Tor und der Gewichtsbegrenzung. Wir übernachten auf einem Parkplatz hinter der Sporthalle in Luso. Morgen wollen wir einen zweiten „Anlauf“ nehmen.


   |   Tages KM: 121   |   GPS Nord: 40°23'08"   |   GPS West: 8°22'56"

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Samstag, 23.3. Luso – Aveiro

Mehrmals fährt Jürgen uns mit dem Smart zum Bucaco Park. Der Spazierweg ist unwegsam, viele abgeknickte Bäume liegen nach dem letzten Sturm kreuz und quer – außerdem ist der Boden aufgeweicht. Erst als wir den befestigten Weg zum Palast-Hotel( seit 1909) erreichen, können wir forscher ausschreiten. Der vorletzte König hat es als Sommerschloss errichten lassen. Er konnte es nur 1 Jahr bewohnen, er starb 1908. Wir gönnen uns eine Erfrischung im „Plüschsalon“ des 5 Sterne Hotels. Der Weg zurück führt bergab nach Luso, an Tulpenbäumen, Akazien, Palmen, Kamelien, Lorbeer, Zedern und Farnen vorbei. Ein kleiner Imbiss hinter den Mobilen in der Sonne –schon ziehen dunkle Wolken auf. Wir packen alles in Windeseile zusammen und fahren bis Aveiro.
Wegen der Kanäle wird die Hafenstadt auch mit Venedig und Amsterdam verglichen. Bürgerhäuser im Jugendstil säumen den Canal Central. Wie früher liegen dort die bunten Algenfischerboote (Barcos Moliseiros), in den die Fischer einst auf die Lagune, die Ria de Aveiro, schipperten. Mit Haken „fischten“ sie die Algen, die als Dünger dienten. Der Kunstdünger lässt jedoch diesen Berufszweig allmählich aussterben. Heute fahren die Boote Touristen durch die Kanäle. Wichtigstes Exportgut war das Salz, noch heute wird hier in flachen Becken Salz gewonnen.
Wir parken beim Canal de Sao Roque, direkt an der Brücke. Abends wird es voll, PKW parken kreuz und quer – Party in der Stadt. Frage: wird’s laut??? Antwort: und wie!!!


   |   Tages KM: 47   |   GPS Nord: 40°38'37"   |   GPS West: 8°39'30"

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Sonntag, 24.3. Aveira - Porto

Wir fahren durch das Haff von Aveiro nach Costa Nova, eines der schönsten Dörfer der Gegend – direkt an der Küste. Das Besondere sind die Häuserfassaden. Im Längsgestreiften Stil mit knallroter, blauer, grüner oder gelber Farbe angemalt. Zwischen Lagune und Meer liegt dieser wunderschöne Ort. In die Dünen zum Meer hat man Holzstege verlegt, doch noch liegt hier der Dünensand hoch angehäuft. Die Saison hat noch nicht begonnen. Um an der Küste weiter nach Norden zu gelangen kann man in G.d. Nazere eine Fähre benutzen. Doch leider verkehrt diese in der Vorsaison nur zweimal täglich. Als mautfreie Strecke bleibt uns nur die 109, die durch viele kleine Orte nordwärts führt. Am Nachmittag erreichen wir Porto. Nach einigem Hin und Her finden wir einen Stellplatz am Douro, gegenüber der Altstadt. Dort, wo die namhaften Portweinfabrikanten ihre Keller und Geschäfte haben. Ein kleiner Spaziergang über die Brücke Ponte Louis I. vermittelt einen ersten Eindruck von dieser „heimlichen Hauptstadt“ Portugals. Auf dem Rio Douro liegen die alten Portweinschiffe, mit denen der Wein einst aus dem Anbaugebiet hierher gelangte. Das Viertel Ribeira (einstiges Hafenviertel) befindet sich gegenüber den Portweinkellern, mit Cafés, Restaurants, Musik, Tanz und Ständen – ein buntes Treiben. Am Abend studieren wir den Stadtplan und lesen uns in die Stadtgeschichte mit ihren Sehenswürdigkeiten.

   |   Tages KM: 122   |   GPS Nord: 41°08'36"   |   GPS West: 8°37'57"

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Montag, 25.3. Porto

Nur Regen – mit einer großen Portion Hoffnung auf Wetterbesserung starten wir gegen Mittag zur Stadtbesichtigung. Doch der Regen begleitet uns mit Sturmböen mehr oder weniger heftig. Die Seilbahn (bei den Portweinkellern) führt uns trocken auf den oberen Teil der Brücke (Luis I). Nachdem wir denken, dass wir das Problem mit dem Ticketkauf gemeistert haben, steigen wir in die Metro Richtung Markthalle. Im Zug Fahrkartenkontrolle. Ilona und ich haben „schlechte Karten“ – nämlich keine. Wir müssen allesamt aussteigen. Die netten Kontrolleure erklären uns, dass unsere Männer je ein Ticket für 2 x 24 Std. (48 Std.) für eine Pers., aber nicht wie angenommen 2 x 24 Std. für 2 Pers. aus dem Automaten gelöst haben. Somit sind Ilona und ich „Schwarzfahrer“. Man nimmt unsere Personalien auf und schickt uns mit der Formularkopie einen Bahnhof weiter, zwecks Kaufs einer Tageskarte. Eine Strafe wird nicht erhoben, da wohl der Fahrkartenautomat die Übersetzung in Englisch nicht perfekt anzeigt. Da haben wir noch einmal Glück gehabt!!! Nun können wir beruhigt (die Frauen 24 Std, die Männer 48 Std.) unsere Fahrt zur Markthalle fortsetzen. Diese hat ein riesiges Angebot an Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse. Das Café Majestic, mit ihren aufwendig gestalteten Räumen vergangener „Glanzzeiten“, lädt zum Verweilen ein. Zu Fuß laufen wir durch die „Baixa“ (Geschäftsviertel) bis zum Bahnhof. Die alte Bahnhofshalle von 1915 ist mit historischen Szenen auf übergroßen Azulejotafeln dekoriert (sehenswert). Weil der Regen immer stärker wird, steigen wir in die Straßenbahn um die Stadtbesichtigung im Trockenen fortzusetzen. Leider trüben die beschlagenen Fenster den Blick auf die so schöne Stadt.
Zum Abschluss des Tages probierten wir in einem Portweinkeller uns durch die verschiedenen Sorten. Beschwingt gehen wir zum Essen in eines der vielen Restaurants zwischen den Portweinkellern.


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Dienstag 26.3. Porto - Esposende

Regen, Regen, Regen. Jürgen und Ilona beschließen Richtung Denia/Spanien zu fahren. Freunde haben berichtet, dass dort um die 20° sind und die Sonne scheint. Jürgen fährt Peter und mich mit dem Smart zur Brücke Louis I. Mit der Kabelbahn geht es steil bergauf. Von dort sind es nur wenige Schritte zur eindrucksvollen Kathedrale Sé, mit Kreuzgang und Schatzkammer. Um zur Börse/Handelskammer zu gelangen, müssen wir uns bergab bewegen. Die reich verzierten Räume (besonders der Festsaal) liegen in einem ehemaligen Palast und sind nur mit Gruppenführungen (engl./span.) zu besichtigen. Wir begnügen uns mit einem Blick durch die Glastüren. Nun geht es wieder bergan, wir besichtigen diverse Kirchen. In der Nähe vom Rathaus, in einer Seitenstr., steht der berühmte alte Bücherladen. Fotos machen ist verboten, warum nimmt nicht der Besitzer Eintritt und überreicht uns ein Foto? Der Laden nebenan ist nicht weniger interessant. Ein Kaufmannladen wie vor 80 Jahren, mit alter Treppe, Tresen und Verkaufsregalen – alles aus poliertem Holz.
Mit der Kabelbahn geht es steil abwärts zurück – wie bei einer Achterbahn. Auf halber Strecke begegnet uns die Bahn von unten. Wir kaufen Portwein für die Lieben daheim und machen uns dann auf die Weiterreise.
Bis wir aus Porto gelangen bedarf ein wenig „Fingerspitzengefühl“, denn die Autobahnmaut haben wir noch immer nicht durchschaut. Die Küstenstädte nach Norden wirken bei Regen wenig einladend. Wir übernachten in Esposende am Leuchtturm.
In der Nacht nervt ein Signal – alle 10 Sekunden ertönt 4 Sekunden lang ein schriller Ton. Für die Fischerboote eine Botschaft den Heimathafen sicher anzusteuern, uns raubt das Signal nur die Nachtruhe!!!!


   |   Tages KM: 59   |   GPS Nord: 41°32'32"   |   GPS West: 8°47'27"

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Mittwoch 27.3. Esposende - Santiago de Compostela

Wir haben sehr schlecht geschlafen – und die Müdigkeit steckt uns in den Knochen. Wir nehmen die Nebenstrecke weiter entlang der Küste, um dann am Rio Minho zur spanischen Grenze zu fahren. Im Binnenland ist die Landschaft leicht hügelig mit viel Grün und Weinanbau, es blühen bereits viele Blumen. Hier baut man den „Vino Verde“ an. Wir haben Zeitumstellung in Spanien. Die letzten 100 km bis Santiago de Compostela ziehen sich – der Regen will einfach nicht aufhören. Bei Sonnenschein würde alles bedeutend freundlicher aussehen.
Der Stellplatz für Wohnmobile in Santiago d. C. liegt 1 ½ km vom Zentrum und wird auch als Busparkplatz genutzt – tagsüber 3 €, Übernachtung 12€, Ver- und Entsorgung möglich.
Wir ziehen los um uns einen ersten Eindruck vom Ort zu verschaffen. Im Convent (Kloster) San Francisco stehen in der Kirche bereits die mit Blumen geschmückten „Heiligen“ Figuren, die bei Prozessionen der Karwoche durch die Straßen getragen (gefahren) werden. Wir laufen weiter –an unzähligen Souvenirshops vorbei – bis zur Kathedrale. Die dem spanischen Nationalhelden Santiago, dem Apostel Jakobus geweihte Kapelle, ist Endpunkt entbehrungsreicher Pilgerfahrten. Wir sehen Gruppen, die sich in den Armen liegen. Vor Freude, dass sie ihre Pilgerwanderung gut überstanden haben.
Ich fühle mich fast ein wenig „nicht“ dazugehörend, weil ich mit dem Wohnmobil angereist bin und das war nicht beschwerlich. Nur auf die Sonne habe ich die letzten 5 Wochen verzichtet.
Trommlergruppen in grünem Gewand, die Gesichter mit Kapuzen verhüllt, ziehen am frühen Abend durch die Stadt.
Das fiel uns auf: Etwa 40 km vor Santiago de Compostela sehen wir die ersten Wanderpilger. Der Weg ist durch blaue Schilder mit dem Muschelsymbol ausgeschildert. Pilger mit Rucksack und Regenschutz tragen bequemes Schuhwerk, einige mit Wanderstock, sie laufen in Gruppen, zu zweit oder allein. Was mag sie zu dieser Wanderung bewogen haben?


   |   Tages KM: 211   |   GPS Nord: 42°53'41"   |   GPS West: 8°31'59"

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Donnerstag 28.3. Santiago de Compostela

Im Mittelalter war Santiago de Compostela nach Jerusalem und Rom der drittwichtigste Wallfahrtsort der Christenheit. Viele historische Bauten aus der Zeit befinden sich im Stadtzentrum. Auch wenn heute das Wetter nicht vielversprechend ist, machen wir den in unserem Reiseführer vorgeschlagenen Rundgang. Wir kommen durch enge Gassen und über alte Plätze und schauen ein weiteres Mal in die Kathedrale.
Heute sehen wir noch mehr Pilger als am Vortag, einige sind auf dem Fahrrad gepilgert. Früher trugen die Pilger einen Umhang, einen langen Stab und einen breitkrempigen Filzhut, geschmückt mit der Jakobsmuschel, einem Symbol des Heiligen.


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Freitag 29.3. Santiago de Compostela - Ribadeio

Wir verlassen den Stellplatz und fahren nordwestlich (über die N 634, 170 und 540) an den Küstenort Viveiro. In unserem Reiseführer ist berichtet, dass hier am Karfreitag noch sehr ursprüngliche Prozessionen stattfinden.
Am Feiertag-Vormittag sind wenige Fahrzeuge unterwegs. Wir kommen bis auf 720m, auf sattem Grün grasen Rinder, gelber Stechginster und lila Besenheide leuchten an den Böschungen, die Häuser (überwiegend Bauerngehöfte) sind mit Schieferplatten gedeckt. Die Strecke ist auch für größere Mobile gut zu befahren – bis auf wenige holprige Kilometer auf der 170.
Als wir Viveiro erreichen, strahlt just die Sonne für ein paar Stunden vom Himmel. Die Bewohner des Städtchens haben anscheinend einen guten „Draht zu Petrus“. Auf dem Marktplatz ist ein Rednerpult aufgebaut und viele Menschen stehen bereits herum. In den Seitengassen stehen auf Tagegestellen Figuren aus der biblischen Geschichte. Diese werden auf den Schultern von verhüllten Personen (auch die Gesichter sind nicht zu erkennen) getragen. Auf dem Rednerpult erzählt ein Mönch den „Kreuzweg“ von Jesus. Sehr beeindruckend sind die Figuren, die Hände und den Kopf bewegen können. Ein Priester betet laut mit den Anwesenden.
Kleine Kinder sind fein herausgeputzt – wie zu einem Fest. Wir werfen einen Blick in die Kirche. In der stehen bereits weitere geschmückte Figuren für die Umzüge der nächsten Tage.
Wir fahren weiter auf der Küstenstr. bis kurz vor Ribadeo, als wir viele PKW am Meer parken sehen. Im kleinen Ort Rinlo „peilt“ Peter die Lage. Alle Straßen sind mit PKW zugeparkt, und eine Durchfahrt mit dem Mobil ist unmöglich. So unternehmen wir eine Ortsbesichtigung zu Fuß. Was wollen die vielen Spanier hier? Die wenigen Lokale sind brechend voll.
Den Stellplatz in Ribadeo finden wir auf Anhieb. In der Stadt informiert auch am Sonntag die Touristeninfo gut über alles Sehenswerte. Es gibt einige historische Gebäude und einen Hafen. Von diesem gelangt man mit einem Fahrstuhl in die Oberstadt – schöne Aussicht.
Was wir heute versäumt haben: Die „Kathedral-Felsen“ bei Rinlo. Die schauen wir uns morgen Vormittag an, nur bei Ebbe möglich.


   |   Tages KM: 216   |   GPS Nord: 43°32'07   |   GPS West: 7°02'43"

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Samstag, 30.3. Ribadeio - Gijon

Das war ein guter Tipp von der Touristeninf. in Ribadeo. An der Steilküste bei Rinlo hat das Meer durch Auswaschungen Durchgänge in die Felsen geformt, die an die einer Kathedrale erinnern. Dieses „Wunderwerk“ ist nur bei Ebbe zu besichtigen. Heute Mittag soll Tiefstand sein. Um 11 Uhr laufen wir los. Peters Gummistiefel kommen zum Einsatz, ich hole mir nasse Füße. Die Felsen sind sehenswert – daher gestern die „Völkerwanderung“.
Die N 634 an der Küste bis Avilés führt mit reichlich Kurven bergauf und bergab, aber wunderschön. Wir kommen durch kleine spanische Dörfer, sehen Bauerngehöfte mit ihren hölzernen Kornspeichern auf Stelzen, grüne Weiden und riesige weiße Margaritenstauden, und dazwischen immer wieder das blaue Meer funkeln. Wir befinden uns auf dem Jakobsweg. Ich hätte nie gedacht, dass sich die Pilger an der Küste so „abplagen“ müssen!
Der Ort Gijón lebt von der Industrie und die Bewohner leben in Hochhaussiedlungen. Unser Stellplatz mittendrin, aber es sind nur 2 km bis ins Zentrum. Auf der vorgelagerten Insel (mit einer Brücke mit Gijón verbunden) liegen der historische Kern und der Badestrand. viele Bewohner sind auf der Promenade unterwegs.
Wetter heute: Bis Mittag Sonne – am Nachmittag Regen – Gijón Sonne 16 Grad


   |   Tages KM: 173   |   GPS Nord: 43°32'05"   |   GPS West: 5°40'46"

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Sonntag, 31.3. Gijon - Casasola

Heute weckt uns die Sonne. Die Zeitumstellung, ab heute haben wir Sommerzeit, steckt uns noch in den Knochen. Wir sind ein Stück auf der falschen Autobahn unterwegs bis wir die Nebenstrecke nach Villavicosa finden. Wieder geht es kurvenreich durch die Berge und im Binnenland grüßen die schneebedeckten Gipfel der bis zu 2600 m hohen Berge des „Picos de Europa“. Bezaubernde Orte, Bauerngehöfte, Rinder und Schafe grasen auf Weiden, und bei Colunga am Meer frühstücken bereits die ersten Camper in der Sonne – Osterwetter wie wir es uns wünschen! Auch heute sind auf dem Camino Pilger unterwegs.
Von oben erblicken wir das hübsche Städtchen San Vicente de la Barquera an einer Flussmündung. Ein kleiner Stopp ist fällig. Problem ist die Parkplatzsuche. Um die Mittagszeit sind die Restaurants voll besetzt, auch die im Freien. Die Spanier haben einen Osterausflug mit ihren Familien unternommen.
Nach dem Ort Comillas finden wir einen Stellplatz am Meer. Eine kleine Fischfabrik und Angler sind unsere direkten Nachbarn. Es empfängt uns eine frische Meeresbrise.


   |   Tages KM: 188   |   GPS Nord: 43°23'27"   |   GPS West: 4°15'53"

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Montag, 1.4. Casasola - Ondres Plage Frankreich

Unser erster Stopp ist die mittelalterliche Stadt Santillana del Mar aus dem 5. Jh. Das kleine Städtchen mit seinen Pflastergassen, Fachwerk, Holzbalkonen, Palästen, wappengeschmückten Portalen und Kirchen wartet auf Besucher. So früh am Morgen (10 Uhr) sind wir mit den Händlern der Shops fast allein. Ein Tag im Sonnenschein. Größere Städte wie Santander umfahren wir auf der Autobahn. Ab Bilbao wechseln wir auf die mautpflichtige Autobahn Richtung Frankreich. Viele Brücken und Tunnel rechtfertigen insgesamt 37,50 €, wobei an einigen Stellen das 8-fache vom PKW von uns verlangt wird. Unser heutiges Endziel ist der uns bekannte Stellplatz direkt am Meer in Ondres bei Biarritz. Der Sonnenschein hat für „volle“ Batterien gesorgt. Wenn es das Wetter zulässt, wollen wir hier einen weiteren Tag verbringen - in der Vorsaison werden keine Gebühren verlangt.



   |   Tages KM: 314   |   GPS Nord: 43°34`34"   |   GPS West: 1°29'12"

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Dienstag, 2.4. - Mittwoch, 10.4. Ondres - Glinde

Nachts haben wir starken Regen, morgens scheint die Sonne bis 10 Uhr. Dann ändert sich das Wetter schlagartig. Ausharren oder weiterfahren? Wir können gegen Mittag noch einen längeren Spaziergang am Strand unternehmen. Wieder ziehen dunkle Wolken auf. Unser Entschluss steht fest, um 14 Uhr fahren wir weiter.
Nach einigen Übernachtungsstopps in Frankreich machen wir Verwandtenbesuche in der Schweiz und Süddeutschland. Am 10 April erwartet uns ein kaltes Norddeutschland mit Regen und Temperaturen um die 8 Grad. Am liebsten würden wir sofort wieder kehrt machen, denn wie Jürgen und Ilona aus Spanien berichten ist dort der Frühling eingekehrt.


Anmerkung:
Die Stellplätze in unseren Reiseberichten sind nicht immer für jeden das Ideale. Was für uns als genügend erscheint muss für andere nicht dasselbe bedeuten. Insofern sind es nur Anregungen und jeder muss seine Erfahrungen selbst machen!


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